Die DiVa

Mein Name ist Helen, ich bin 22 Jahre alt, Tochter einer Mutter die um mich weint, eines Vaters der mich vergessen hat und ich bin ein Junki. Wie ich hier her gekommen bin und wie ich hier wieder rauskomme weiss ich nicht, ist auch egal, Hauptsache dieser Schmerz geht endlich weg. Der in meinem Kopf, in meinem Bauch, in meinem Herz.  Heute ist Weihnachten, da geht’s um Geld, Geld für Geschenke. Mir geht’s auch um Geld, Geld für Weihnachtsstoff. Sehn Sie, Wenigstens weiss ich warum ich hierhergekommen bin.

*Da grunzt er, warses ja eigentlich nicht wert! Wer weiss was man sich bei dir so holt. Auf den nächsten Schuss!*

Er  lacht höhnisch und schmeisst 50 Mark auf das schmuddelige Sofa, kneift mir zu fest in die linke Brust, kratzt sich an den Eiern und verlässt schnaubend den Raum.

Ich zittere, vor Kälte, Wut und Schmerzen. Ich bin auf turkey, kenn Sie das? Der zieht dir durch den ganzen Körper. Schmerzen im Magen, heiss und kalt ist dir dann und das Licht könnte nicht greller sein. Eigentlich war`s ja schon viel zu spät für den nächsten Freier, der letzte Schuss viel zu lange her. “Streng dich mal ein bisschen an, verdammt, das kann doch nicht so schwer sein jemanden zum ficken zu finden hier!” schrie Tim. “Verdammt Tim, es ist arschkalt und an Weihnachten sind alle bei ihren Familien, verfickte Christkindharmonie, da geht keiner raus um.. ja du weisst schon!* aber Tim hat so fürchterlich am ganzen Körper gezittert, was sollte ich denn machen. Er zog sich die durchlöcherte Jacke bis zu den Ohren und schubste mich in Richtung Strasse. “Nicht wenn du hier so dumm rum stehst! Beweg deinen Arsch an die Strasse, du machst das doch nicht zu ersten Mal, die Reichen haben genug von ihren dämlichen Familien, also ab aufn Rücken!*

Tim hat ja Recht,  ich mache das nicht zum ersten Mal. Ich mache das zum ich habe vergessen wievielten Mal, aber, es war seine Idee, damals. Ah, fangen wir vorne an. Ich habe Tim während des Studiums kennengelernt. Nicht das ich jemals Einserschülerin gewesen wäre, aber für die Uni hat es mit Nachhilfestunden und viel Gürtelhilfe von Vater gereicht. Dann halt Betriebswirtschaft hatte Vater befohlen. Dann halt Betriebswirtschaft. Tim war bei den Medizinern, gross, geheimnissvolle Smaragdaugen, sein süsses Lächeln riss mir den Boden unter den Füssen weg. Damals, auf dieser Party. Das war nun 3 Jahre her. Vater hatte seit dem nichts mehr befohlen, Tim schon. *Nur ein kleiner Stich, das macht nichts, danach fühlst du dich wie ein neuer Mensch.* Geradezu sanft hat er die Nadel angesetzt, Wärme, Geborgenheit, Glück, Schwindel, wie der Duft nach Zimt aus der Küche zu Weihnachten, so fühlte es sich an, das erste Mal. Dass es nie wiederkehren würde, hat Tim nicht gesagt, und da bin ich nun und jage ihm nach, dem Gefühl von Weihnachten mit fünf, kennen Sie das? Wenn man vor der Wohnzimmertür steht, den Duft von Kerzen riecht und das Rascheln von Geschenkpapier hört, man will das immer immer immer.

Am Anfang konnte ich meinen Eltern noch erzählen das ich wegen dem Druck an der Uni so dünn werde, aber Als aus dem Tresor 500 Mark und Grossmutters Erbstücke fehlten, rastete Vater das erste Mal, das erste von unendlichen vielen Malen. Ich weiss nicht wie viele geklaute Mark später schmiss er mich raus. Mutter stand weinend daneben. *Die kommt schon wieder, wirst sehen, Hilde, die hält das nicht aus alleine!*

Ein paar Monate lang brachte Mutter mir heimlich Geld. *Ja Mama, ich kaufe mir bestimmt was zu Essen davon, wirklich, wirklich!* log ich. Bis Vater dahinter kam und es verbot. Was hätte ich denn machen sollen? Betteln wollte Tim nicht. “Scheisse Helen, weisst du wie lange ich da an der Strasse stehe? Soviel verdienst du in 10 Minuten, mach doch einfach die Augen zu und denk an was schönes, ans Meer, du faselst doch immer davon dass du da irgendwo hinwillst, Milch aus Kokosnüssen trinken und so scheiss. Denk doch da dran!” Read more »

Mon Dieu, diese orange, parfait! Und dann sie sagen sie haben lire, mit diese entzückende Hommes? Ou lala! Die nägschte Mal Madame, isch komme aussi. Avec mon petit noir!

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Das, werte Madame Anique, wird ein Spass. Hier meine Werteste finden Sie die Herren in wunderbarer Farbe. Danke dem Herrn Deef sowie den Herren Keidel, Bonke, Heintzer und L. für diesen wunderbaren Abend!

Dr. G. Gelb (2)

November 30th, 2009

Assistenzärztin Gabriela Gelb wie sie damals noch hiess, war 26, gross, etwas burschikos, aber dennoch nicht unsinnlich als sie zum ersten Mal ihren Dienst im Klinikum St. Trudhilde antrat. Sie hatte rehbraune Augen, lange rotbraune Haare und glatte dunkle Mädchenhaut.

Als sie ihre Stelle als Assistenzärztin in der Chriugie des Klinikums St. Trudhilde zugesagt bekam hing der Himmel voller Geigen, die Zukunft wollte mehr von ihr, soviel war klar. *Nach Afrika und dort den Kinder helfen, und eine Weltreise machen, und dann ja dann mal in der Berliner Charité arbeiten, das werde ich machen!* Fachartikel über Gefässchirugie wollte sie schreiben, all das.

Heute, 25 Jahre später war sie wieder hier, im Klinikum St. Trudhilde, wohnte in der grösseren Kleinstadt und wusste nicht so recht wo die letzten 25 Jahre hin waren. Sie hatte keinen Mann und keine Kinder, wollte sie auch nie. Die Kinder nicht. Mit den Männern war das so eine Sache, als die Assistenten nach dem Dienst ausgingen, sich genug zu betranken um die interteamäre Vermehrung gewissenskonfliktlos zu praktizierten, klar da machte sie mit. Sie ging aus, trank, lernte, arbeitete, ging aus, trank, lernte und arbeitete. Jahr um Jahr. Und wie die anderen Frauen auch, schlief sie mit jemandem, nicht immer mit dem gleichen, sie achtete darauf dass die Kollegen am Abend in der Bar mitbekamen dass auch sie einen mit nach hause nahm. Zuhause tat sie wie gelernt, schliesslich sie konnte sie  ja keinen Rückzieher machen. Am meisten jedoch freute sie sich immer wieder darauf wenn die Herren wieder gingen.

Nach einigen Jahren fiel ihr zum ersten Mal auf wie sie ihre Dienste so legte dass sie mit Schwester Viola den so geliebten Kaffee vor Schichtbeginn trinken konnte. Hatte Schwester Viola Nacht so meldete sich auch Dr. Gabriela Gelb freiwillig. Bei den Kollegen war sie damit beliebt, beliebt aber keiner wusste so recht was sie mit der jungen Ärztin die lieber ihre Zeit mit der frigiden Schwester verbrachte anfangen sollte.

Schwester Viola sass im Schwesternzimmer  und trank ihren Tee. Der junge Mann der vor einigen Stunden mit dem Rettungswagen eingeliefert worden war, hatte schlimm ausgesehen, Dr. Gelb würde so schnell nicht aus dem OP zurückkommen, und doch sass sie wie festgeklebt auf dem Stuhl und wartete, gab vor noch Akten bearbeiten zu müssen, trank einen Tee nach dem nächsten, ihre Blase platzte schier, aber je länger sie wartete desto grösser die Wahrscheinlichkeit dass sie Dr. Gelb verpassen würde.

*Ich halte diese Scheisse nicht mehr aus!* Schwester Viola sah geschockt auf, *Diese heulenden Mütter, Väter die nix fühlen wollen, geschockte Augen, er war doch noch zu jung! Mannmannmann, klar war der jung, soll er halt nicht rasen wie ein Besessener! Schwester Viola, sind Sie im Dienst?* Dr. Gelb sah sie kalt an. Kalt sah sie sie erst seit einigen Wochen an, seit dem Abend.

Dr. G. Gelb (1)

November 17th, 2009

Schon wieder sah sie das blaue Licht des Krankenwagens in der Einfahrt der Notaufnahme blinken, und vermutete ein Tatütata dahinter.

*Wieder eine Wohnung frei.* grunzt Dr. Gabriela Gelb. Schwester Viola blickt sie entgeistert an, die 20 Jahre als leitende Ärtzin der Chirugie im Klinikum St. Trudhilde nahe einer grösseren Kleinstadt und die letzten 5 in der Notaufnahme hatten sie erstaunlich abstumpfen lassen.

*So, wollen wir mal sehen, was uns der Winter heute für Frakturen und innere Verletzungen reingeschneit hat.* Dr. Gelb richtet energisch ihren mintgrünen Kittel und stürzt schnellen Schrittes in Richtung Notfalleinfahrt in der der Krankenwagen bereits gestoppt hat. Schwester Viola hört Anweisungen; Intubieren, Zugang legen, x Milligramm hiervon, y Milligramm davon, Patient stabil.

Patient stabil, Schwester Viola atmet auf, sie wird hier nicht gebraucht, keine Angehörigen, kein Sterbender, keine Traumaopfer die Ihren Beistand brauchen könnten. Und Dr. Gelb scheint sie hier auch nicht nötig zu haben. Frau Dr- Gelb, scheint sie nie nötig zu haben. Aber die 5 Minuten in ihrer Nähe haben ihr gereicht. Sie standen so nah beeinander, dass Schwester Viola ihren Duft einatmen konnte. Eine Mischung aus seifenfreiem Duschgel, Jod, Desinfiktionsmittel und FCKW freiem Deodorant. Herrlich.

Wer hatte denn vor 35 Jahren ahnen können, dass alles so kommen würde? Schwester Viola, die damals noch Sylvia hiess jedenfalls nicht.

Schon als junges Mädchen wollte Sie ins Kloster, Gott dienen, Ruhe haben vor den Fingern des Nachbarn.

*Aber dann darfst du nie Kinder haben, niemals Jungs kennenlernen.* Mutter formulierte es als Wahrnung, für Viola klang es grossartig. Helfen, anderen helfen, im Garten gärtnern und beten. So sei es. Also klopfte sie eines Tages an die Tür des Klosters St. Trudhilde, nahe der grösseren Kleinstadt. Die Jahre waren hart, aber grossartig. Für Viola war klar dass für Sie nur ein Platz in der klinischen Seelsorge des angeschlossenen Privatklinikums in Frage kam, die Sterbenden auf ihrem letzten Weg begleiten, den Kranken Mut zusprechen, Zuversicht in die eigene Gesundheit und die heilende Kraft des Glaubens zu geben, das war ihre Welt.

5 Jahre war sie Seelsorgerin, sie wurde schnell anerkannt und bald kamen die älteren Schwestern und baten Sie um Rat, nie harderte Sie, nicht bis Frau Dr. Gabriela Gelb ihre Stelle als Assistenzärztin antrat.

“NEIN! Das hat er gesagt? Und Nein, das machen Sie nicht, Frau DiVa, und dann auch noch laut? DAs Sie sich das trauen!” Lottes Augen drohen aus ihren Höhlen zu hopsen.

*Mon Dieu Lott, mais, so art ist die Text doch nischt. Alors, es ist ein bisschen Sex und ein bisschen schlimme Mots drin. Aber es ist so triste, die Geschichte von die Mädschen und die garcon an die noelle.* Madamen Anique ordnet die Blätter auf ihrem Teetischchen neben der Chaiselongue und richtet den schwarzen Bleistiftrock.

*meine Damen, machen Sie sich keine Gedanken, der Herr L. war ja nur kritisch und so ganz unrecht hatte er ja nicht. Aber jetzt ist alles gut, und ich kann es vortragen, dort am 03. Dezember in der Niederlassung in München.*

*Du wirst alles vortragen, DiVa? Auch das mit dem…* *Shhhh, mon cherie Lott!Wir wollen doch nischt verraten tous!* Madame Anique legt den Finger an dir roten Lippen. *Ou, Madame DiVa, sie werden Lesen mit all die schön Monsieurs, mit die Monsieur Deef, Tobias Heinzer, Volker Keidel, Felix Bonke  et le Monsieur dani L. oulala, isch muss packen ein mein Dessous und die Volant rouge. ouhu Madame DiVa, wann wir müssen sein parat?*

*DiVa alte Hippe machse doch einfach et Poster ane Wand, mite Datails drupp, dann könnse selba gucken obse kommn wolln de Besucher vone Plattenladen, und dat Matam Anike weiss auch wanse ihre Unterbüx gepackt haben muss* Pilsener kratzt sich die Tonsur und tut was er am Besten kann, schnappt sich einen Vorschlaghammer, 4 Reisszwecken, das Poster vom Herrn Deef, und legt los.

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*Ich muss raus hier!* Brüllt Olpe. *RAUS, RAUS, RAUS!*
Madame Anique macht einen kleinen Hüpfer auf Ihrer Chaiselongue, und lässt vor Schreck ihr Buch fallen. *Huucsch! Mon Dieu! Olpe!* Auch die DiVa die so friedlich hinter ihrer mit Prilblumen beklebten Plattenladenempfangstheke sitzt schaut verwundert auf. Es ist nicht so dass sie Olpes Worte überrascht hätten, nein, die Tatsache, dass Olpe überhaupt redet zieht der gesammelten Plattenladenmeute die Falten aus den Gesichtern.

*Watt, Olpe, watt sachse, Alta!? Alta, DiVa hömma, der Olpe hat was jesacht!* Pilsener wischt sich verschämt eine Träne der Rührung aus dem linken Auge.

Derweil schneidersitzt Olpe in seiner Ecke, die er seit gefühlten dreissig Jahren nicht verlassen hat, bei jedem Umzug war es der DiVa ein Anliegen die selbe Ecke in den Plattenladen zu bauen, eine Delle analog Olpes Pobacken in den alten Fischgrätparkett schreinern zu lassen und ihm seine nennen wir es Mal Kräuterzigaretten täglich zu verabreichen. Nie sprach er ein Wort, murmelte zwar zwischendurch seine Meinung, und jeder verstand, jeder auf seine Weise. Und jetzt, jetzt plötzlich sagt, nein schreit Olpe.

*Mon dieu, Olpé! Qu`est-ce que vous aves dis? Aben Sie entendu Madame DiVa!? Olpe er at, gesprocht?* Madame Anique traut Ihrer Libido nicht, aber kaum erklang Olpes stimme, wuchs die Wüste Gobi zwischen Ihren Schenkeln heran, wenn das nichtmal wirklich was zu bedeuten hat.

Derweil war Olpe schon wieder weg, ein schöner Ausflug war das, dachte er, raus aus seiner Traumwelt. Hier ist ja eh gerade Winter und der Ashram ist so fürchterlich schlecht geheizt. Ausserdem hatte er in der Kürze der Zeit das fluffigweiche Babyentenfederkissen auf dem er normalerweise lang ausgestreckt mittem auf dem Hof des Ashrams lag, reinigen lassen müssen. Er war der Buchhalter der Kommune in der er nun schon seit gefühlten dreissig Jahren wohnte. Es war schön sie alle mal wieder bewusst zu sehen. Madame Anique war älter geworden, doch wie schon vor gefühlten dreissig Jahren regte sich immernoch alles in seiner Yogahose wenn er sie sah. Und die DiVa, weise und schön wie eh und je. Er lächelte und war kurz traurig, hatte er doch dir Rührung in den Augen seines alten Freundes Pilsener gesehen, der Haudegen, ist doch ein Weichei.
*Ich bin dann mal wieder weg hier!* rief er so laut er konnte in das dumpfe Gemurmel des Raumes. Winkte kurz und wandte sich wieder dem Jahresbudget des Ashrams zu.

*Olpe, alte Fritte, sach was Mann!*

*Mais, non! er ist weg, schon wieder! Quelle misère!*

*Ach Kokolores alles, Olpe! sach was! Menno, getz hömma mit de murmelei auf!*
Pilsener packt seine Iron Maiden Jeansflickenweste und verlässt schlagartig den Plattenladen.
Erstma einen ansaufen, kiffen is ja eh nich mehr dat gleiche wie vor jefühltn dreissich Jahren mit Olpe, wa!
Das er ihn vermisst, seinen Freund, das erzählt er auch heute abend niemanden.

Meine Mutter hatte Recht

September 14th, 2009

Die Tagesschau, jeden Abend die Tagesschau. Immer diese schlimmen Bilder, denkt sie. Aber er will es so, jeden Abend. Es interessiert Sie nicht. Sie steht auf verlässt das Sofa, dass ihre Eltern ihnen zur Hochzeit vor gut 45 Jahren geschenkt haben. Bei Aufstehen fällt ihr Blick auf seine Glatze, dieses wiederlich glänzende Fleischmütze auf seinem Kopf, der  graubraune Haarkranz, die Nackenwülste. Sie atmet tief ein und verlässt die gute Stube um sich dem Abendessen zu widmen. Kartoffeln und Kohl, das mag er so gerne, sagt er und seine Mutter hat das auch immer gekocht, besser, sagt er. Hätte Sie doch auf ihre Mutter gehört und Wilhelm Ulrich geheiratet, der hatte so nette Eltern und schönes volles Haar. Doch er hatte ja unbedingt weitermachen müssen damals, dieser dumme Junge, obwohl sie ihm erklärt hat das er ihn vorher rausziehen soll. So hat ihr das Käthe Drubowski, ihre beste Freundin, erklärt. Die ist mit jedem in die Scheune, damals. Er war ihr erstes Mal, damals. Und sofort wurde Sie schwanger. Mit Karl- Heinz.

Sie muss an die Ex- Frau Ihres Sohnes denken, die konnte auch nicht kochen. So richtig vom Fleisch gefallen ist er, der Karl- Heinz. Gott sei Dank, hat sie ihn verlassen, dieses grossbusige Miststück, bestimmt wegen eines Anderen, und ob das Kind von ihm ist, das soll die auch erstmal beweisen.

*Ich geh noch schnell aufn Pils ins Eck* ruft er aus dem Flur. Sie ist entsetzt, das Essen ist doch bald fertig, nie redet er mit ihr, geht immer ins Eck und kommt stinkend und betrunken wieder nach hause. Sie schreit ihn an, wieder, in der Hoffnung er bliebe. Die Tür fällt ins Schloss. Sie legt den Kochlöffel in die Spüle, schaltet den Herd ab, verlässt die Küche und geht ins Badezimmer an den Medikamentenschrank. Da sind die Schlaftabletten die sie während ihrer Zeit als Schwester im Altersheim mitgenommen hat.

Er biegt um die Ecke in die graue Strasse in der sie wohnen, torkelt ein wenig, kneift die Augen zusammen. Warum steht denn da vor dem Haus ein Krankenwagen, die Nachbarn haben sich wohl wiedermal auf die Kappe gegeben denkt er. Er dreht um und beschliesst nochmal ins Eck zu gehen. Hat ja doch keinen Sinn zuhause, sie ist ja eh wieder nur sauer auf ihn.

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